Warum Leiden? – Predigt vom 25.02.2026
„In der Welt habt ihr Angst!“ (Siehe Joh 16,33b) Ja, und die Welt ist von der Angst bewegt! Heute habe ich ein gutes Thema: Warum Leiden? Es ist ein schwieriges Thema, denn ich muss mit Leid umgehen, das Leid verstehen. Es gibt ein wichtiges Phänomen des Leidens! Warum muss der Mensch so viel leiden? Wir sind zum Kämpfen geboren. Manche sagen: „Leiden ist eine Zulassung Gottes.“ Dabei denke ich an Hiob – die Zulassung Gottes – oder auch an viele Christen. Durch viel Leiden müsst ihr ins Reich Gottes gehen (s. Apg 14,22). Leiden als Schule Gottes – es gibt so viele Möglichkeiten und Ideen zum Thema Leiden!
Wir haben Feinde. Wir sind Menschen. Der Gerechte muss sehr viel Ungerechtigkeit erleiden. Das steht in meiner Bibel (s. Ps 34,20a). Viele werden unschuldig weggerissen oder weggenommen. Sogar Jesus litt am Kreuz! „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ (Siehe Mt 27,46b)
Vieles haben wir durch eine falsche Lebensweise selbst verschuldet, durch ungesunde und falsche Ernährung, durch Unvergebenheit, Unversöhnlichkeit, Hass, Neid und Leichtsinn – das verursacht oft vielfach Leid in unserem Leben; das sich mit den anderen vergleichen – verstehst du –, man eifert und man strebt. Das Schicksal und die Todesfälle bringen Menschen in Trauer. Verluste, Wirtschaftskrisen, Inflationen sind viele Ursachen für das Leiden: die falsche Regierung – unsere zum Beispiel –, denn ich denke, ich befinde mich jetzt schon im Dritten Weltkrieg! Wenn ich die Geschichte anschaue, dann sehe ich, dass alles für den Krieg zugerüstet und vorbereitet wird.
Oder betrachte die Sterblichkeit! Wenn ein Mensch Gott nicht mehr versteht, fängt er an, mit Ihm zu hadern: „Wenn Gott ein Gott der Liebe ist, warum lässt Er dann das Leid zu?“ Das fragen sich viele Menschen.
Was für einen Sinn hat das Leid? Man ist behindert ohne überhaupt etwas dafür zu können! Man ist behindert geboren, ohne Gliedmaßen oder mit genetischen Defekten. Ich denke nur an die Contergankinder! Das war für die Eltern ein schockierendes Erlebnis! Muss das denn alles so sein?
Ab dem 06. März dieses Jahres beginnen die Paralympischen Spiele. Viele bewundern, was so ein Behinderter alle leisten kann. Viele Menschen müssen schwierige Lebenswege gehen und gestalten ihr Leben trotzdem. „Warum? Wieso? Was haben sie denn falsch gemacht?“ Wir können auf andere mit Fingern zeigen, aber drei Finger zeigen wieder auf uns zurück! Kann man sich da einen lieben Gott vorstellen? Wo war Gott, als Auschwitz geschah? Er saß in Berlin im Bunker! Wir können gut lästern. Menschen haben so viel Leid für andere verursacht!
Der Australier Nick Vujicic ist am 04. Dezember 1982 geboren, ohne Beine und Arme! Für die Eltern muss das ein Schock gewesen sein. Sie waren sogar Christen! Stell dir das nur einmal vor! Was haben sie denn falsch gemacht? Nick zeigt, wie man trotzdem ein anständiges Familienleben führt, und er arbeitet als Motivationsredner. Er versucht Hoffnung zu verbreiten und Menschen zu motivieren. Wir sehen oft nicht hinter die Kulissen. Was steckt dahinter? Was muss ein Mensch nur erdulden und ertragen?
Mit zehn Jahren beging Nick einen Selbstmordversuch. Er wollte sich in der Badewanne ertränken. Er wurde in der Schule gemobbt und ausgelacht, und er sah keine Zukunft mehr in seinem Leben. „Was soll ich denn ohne Arme und Beine tun? Wie kann ich da leben?“ Viele Menschen fragen sich das.
In Heilbronn führten wir damals den Film „Joni“ vor. Er erzählt eine Lebensgeschichte von Joni Eareckson Tada. Als eine siebzehnjährige kerngesunde Sportlerin hatte sie einen Unfall beim Tauchen und wurde querschnittsgelähmt. Es war ein Badeunfall. Mit dreißig Jahren bekehrte sie sich und wirkte in dem Film Joni mit. Darin erzählt sie, wie man mit den Füßen malt, denn sie kann ihre Hände nicht gebrauchen und vieles andere mehr.
Bei vielen Christen verläuft das Leben nicht geradlinig; sowohl bei Christen als auch bei Nichtchristen ist das so. Gott lässt die Sonne scheinen über Gerechte und Ungerechte (s. Mt 5,45b).
Ich denke nur an Frida Kahlo. In jungen Jahren erlebte sie Kinderlähmung. Als Jugendliche erlitt sie, noch dazu, einen schweren Unfall, der einen Schaden an ihrer Wirbelsäule auslöste. Ihr Leben verbrachte sie beinahe nur im Bett. Sie bewies, wie sie als Mexikanische Malerin später malen konnte und wie sie trotz querschnittsgelähmt zu sein, ihr Leben produktiv gestalten konnte.
John F. Nash, ein US-amerikanischer Mathematiker, litt unter einer paranoiden Schizophrenie. Durch den Film „A Beautiful Mind“ erlangte er weltweite Bekanntheit. Er machte eine akademische Karriere. Im Jahr 1994 bekam er den Nobelpreis für Wirtschaft. Ein Behinderter!
Oder auch Stephen Hawking – er war an den Rollstuhl gebunden, und am Ende konnte er nur noch durch die Gesichtsmuskeln und durch das Augenzwinkern seinen Rollstuhl bedienen. Er erreichte sehr viel, war Astrophysiker, Kosmologe und ein angesehener Wissenschaftler. Er konnte seine Gliedmaßen und Organe nicht mehr gebrauchen, nur seine Gesichtsmuskeln und die Augenwimpern. Er hat Gewaltiges geleistet. Im Jahr 1963, 23-jährig, gaben ihn die Ärzte auf. „Nur noch zwei Jahre und Sie sind tot!“ Doch er hielt seiner Krankheit stand, wurde dann noch operiert – ein Luftröhrenschnitt –, das war im Jahr 1985. Körperlich konnte er seinen Rollstuhl nicht mehr bewegen, nur noch mittels der Elektronik. Ja, Stephen Hawking! Die Ärzte gaben ihm damals noch zwei Jahre, doch er wurde 74 Jahre alt, und er leistete etwas! Wir können nicht sagen: „Er war behindert und litt. Er konnte sein Leben nicht gebrauchen!“ Trotz vieler körperlicher Einschränkungen erbrachte er bahnbrechende Leistungen in der Kosmologie. Als eine der berühmtesten Persönlichkeiten aller Zeiten wurde ihm die Entdeckung der Unendlichkeit zugeschrieben! Und das wurde verfilmt!
Ich denke hier auch an Andrea Bocelli. Er ist ein Tenor, Musiker und Liedermacher; ein Musikproduzent mit italienischen Wurzeln. Er verkaufte fünfundsiebzig Millionen Platten! Ein Behinderter! Und das, obwohl er fast blind ist und eigentlich seinen Körper kaum gebrauchen kann! Als Fußballspieler erlitt er einen Schlag und erblindete daraufhin. Verstehst du? Man leidet und bekommt noch mehr Leid dazu; es wird also noch schlimmer! Er konzentrierte sich auf die Musik. Später studierte er noch Jura. Bocelli erhielt viele internationale Preise. Er ist jetzt 67 Jahre alt. Er gab weder auf noch sagte er: „Ich werde bald sterben!“
Oder Michael J. Fox, der Hauptdarsteller des Filmes „Zurück in die Zukunft“, bekam im Jahr 1991, im Alter von 29 Jahren, Parkinson. Er litt! Gerade auf der Höhe seiner Karriere brach diese Krankheit aus. Er sollte alles aufgeben, aber er entschied sich dagegen, auch wenn er Depressionen erlitt und alkoholabhängig war. Nach mehr als 25 Jahren hatte er 233 Millionen US-Dollar für eine Stiftung der Parkinson-Forschung zusammengetragen. Er gab sein Bestes, trotz des Leidens! Schwester, ich will nur sagen: Du musst dich nicht aufgeben: „Ich leide! Ich leide! Ich leide!“ Nein, mach weiter!
Alessandro Zanardi, ein erfolgreicher Formel-1-Fahrer, erlitt im Jahr 2001 einen schweren Unfall. Beide Beine wurden ihm amputiert. Einige Jahre darauf, fuhr er mit einem BMW noch einmal diese Stationen ab und gewann die Weltmeisterschaften! Im Jahr 2007 entschied er sich allerdings, auf den Radsport umzusteigen. Behindert – beide Beine amputiert! Am 16. März 2026 kannst du die Paralympics verfolgen. Das ist mehr als die Olympiade, bei der man als Gesunder etwas leistet! Aber etwas zu leisten, wenn man nichts ist und nichts hat …
Aaron J. Fotheringham, ein bekannter Skater, überschlug sich in der Luft mit seinem Rollstuhl! Er nahm sich vor, als Rollstuhl-Skater die Weltmeisterschaften zu bestreiten. Als Kind litt er sehr viel und war bis zum Rest seines Lebens an einen Rollstuhl gebunden. Dennoch praktizierte er weiterhin Sport, und das, obwohl er in einem Rollstuhl saß! Ich will dir nur sagen: Gib dich nicht auf! In Las Vegas erlangte er Medaillen als Extremsportler. Im Jahr 2005 machte er als Erster einen Rückwärtssalto auf einer Piste.
Fanny Crosby war blind und schrieb fast 8.000 Lieder, wie z. B. „Seliges Wissen: Jesus ist mein!“
Oder Helen Keller – sie war blind und taub. Gerade sie erreichte so viel in ihrem Leben! Sie sagte: „Ich bin blind, aber ich sehe. Ich bin taube, aber ich höre!“ Im Februar 1882 bekam sie mit neunzehn Monaten eine Hirnhautentzündung. Sie wurde taub. Sieben Jahre erlernte sie das Fingeralphabet. Sie ertastete alles. Als erste Taube begann sie im Jahr 1900 ein Studium in Französisch und Deutsch, und erhielt daraufhin den Bachelorabschluss. Sie hatte gute Noten. Als 40-Jährige reiste sie als Blinde und Taube quer durch die Welt. Überall erzählte sie: „Leute, gebt euch nicht auf!“ Der Teufel möchte, dass du dich aufgibst! Helen Keller setzte sich für Frauen, für Farbige und Benachteiligte ein, und sie hielt in über vierzig Ländern Vorträge ab. Mit 75 Jahren hielt sie, vor allem in Asien, fünf Monate lang Referate, und erzählte, was man alles kann, wenn man nichts kann. Es kommt nicht darauf an, was einem das Leben zufügt, sondern was man aus dem Leben macht.
Mein heutiges Thema lautet: „Warum Leiden?“ Wir sind in dieser Welt, und diese Welt ist grausam und brutal. Da wird einem nichts abgenommen. Hier wachsen wir auf zwischen Dornen und Disteln. Da sprach Gott zu Adam und Eva: „Dornen und Disteln werden auf eurem Weg wachsen“. (Vgl. 1 Mose 3,18a NLB) Zwischen Kakteen wächst du auf, also beginne damit, Kakteen zu züchten.
Die Welt ist voller Leiden. Als Christ versuche ich immer wieder, Menschen zu ermutigen, und nicht nur die Warum-Frage zu stellen. Stattdessen fragte ich mich: Was kann ich aus meinem Leben zur Ehre Gottes machen? Mein Leben ist zur Ehre Gottes in dieser Welt! Höre und lies die Tagesnachrichten; höre von Menschen, die aus der Tiefe ihres Lebens heraus etwas erreicht haben.
Alles ist krank. Diese Welt ist krank! Aber ich lebe! Ich freue mich bester Gesundheit, weil ich mich über das Negative nicht aufrege. Die Bibel schildert, dass der Zustand der Erde einmal anders war. Gott, der Mensch und die Tiere lebten in Frieden miteinander. Es gab weder Hunger noch Naturkatastrophen, es gab weder Beziehungsstress noch schlechte Gedanken. Alles war solange in Ordnung, bis der Sündenfall kam. Adam und Eva lebten ein perfektes Leben, bis sie Gott den Rücken kehrten und der Zerfall begann. Die Beziehungen zwischen Gott und den Menschen wurden zerstört. Die Natur half den Menschen nicht mehr, sondern sie arbeitete gegen ihn.
Der Mensch ist nicht für das Negative geschaffen, sondern für das Positive. Geschwister, lasst uns unser Haupt erheben, nach oben schauen und vorwärtsgehen. Die Krankheiten wurden vererbt, und damit wurde es immer schlimmer. Das menschliche Herz ist krank. Adam und Eva erreichten einen Zustand, in dem sie nicht mehr weiterleben wollten. Sie schämten sich vor Gott und ängstigten sich vor Ihm (s. 1 Mose 3,8b). Ja, in der Welt habt ihr Angst! Sie schämten sich vor Gott! Sie waren unsicher. Neid kam noch hinzu. Die Söhne Abel und Kain schlugen sich gegenseitig die Köpfe ein (s. 1 Mose 4,8). Die Menschen waren unzufrieden. Sie hatten schlechte Gedanken und gönnten den anderen nichts.
Unsere Welt ist ein defektes System. In diese Welt sind wir hineingeboren. Dornen und Disteln wachsen auf deinem Weg. Wir sollten nach der Gerechtigkeit Gottes und nach Seinem Reich trachten (s. Mt 6,33a), denn so wird uns alles zufallen (s. Mt 6,33b), auch wenn du ohne Beine oder Arme bist. Lass diese Welt mehr und mehr!
Helen Keller! „Ich bin blind, aber ich sehe. Ich bin taub, aber ich höre.“ Mach aus dem etwas, was du noch kannst. Jeder kann etwas! Komm mit deinem Schöpfer in Verbindung, gleich Stephen Hawking, der mit seinen Gesichtsmuskeln und nur mit Augenzwinkern den Rollstuhl steuerte. Gott lässt die Sonne scheinen, meine Lieben, über Gerechte und Ungerechte, über Gute und Schlechte. Ja, Gott lässt die Sonne scheinen über sie! Er macht keinen großen Unterschied. „Wo war Gott, als Auschwitz geschah?“ Er war in Berlin bei Adolf Hitler! Menschen wählten ihn! Sie liefen ihm nach und riefen „Heil!“ Und dann kamen Tote in diese Welt! Doch Nick, Johny, Helen und Hiob verstanden die Welt anders. „Mache aus dieser Welt etwas!“
Die Moslems haben einen guten Spruch! Den sollten sich die Christen aneignen: „Allah will's!“ „Gott will's!“ Verstehst du? Sie unterwerfen sich ihrer Religion. Wenn wir die Bibel studieren, entdecken wir Klagelieder und Klagepsalmen. Ich darf Gott mein Unverständnis sagen. Ja, du darfst Gott deinen Schmerz, deine Verzweiflung, deine Enttäuschung und deine Bitterkeit sagen. Es gibt so viele Esoteriker, die sagen, dass man nicht negativ reden soll. Nein! Es gibt extra dafür Psalmen, Lieder und Gedichte! Selbst Jesus am Kreuz sprach die Worte aus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ „Wo bist Du gerade jetzt, da ich Dich brauche? Warum verließest Du mich?“
Vor Gott musst du kein Heuchler sein. Du musst keine Frömmigkeitsmaske tragen. Sage deinem Gott, wie es um dich steht und mache aus deinem Leben das Beste. Sei ein Moslem bzw. ein Gott-Ergebener.
Überall gibt es Menschen, die leiden und Schweres zu ertragen haben. Vor Gott musst du dein Leid nicht verstecken, es unterdrücken oder gar verleugnen. „Es ist so. Ich wurde ohne Arme und Beine geboren. Irgendetwas muss ich tun, auch wenn ich nicht leben will.“ Du musst leben, und das Leben muss weitergehen.
Bei Gott muss man sich nicht verstellen! Man muss nicht perfekt sein! Man muss nicht immer den erfolgreichen Mann oder die erfolgreiche Frau spielen! Die meisten haben von Ihm ein falsches Gottesbild. Sie haben Angst vor Gott. Das musst du nicht! Habe vor der Welt, dem Satan, Angst, aber nicht vor Gott! Gott ist ein Gott der Liebe. Alles dient mir zum Besten. Das ist Gottes Wort. Gott hat Gedanken des Friedens mit uns, und nicht des Leides, wie nachfolgend geschrieben steht: Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung (Jer 29,11).
Gott muss sich nicht bei uns dafür entschuldigen, dass Er jemanden ohne Beine und Arme zur Welt kommen ließ. Er ist unser Vater! Im Psalm 73 lese ich von Asaf die Worte „Ich verzweifelte“. Vielleicht verzweifelst du auch, lieber Bruder, liebe Schwester, an deinem Leben. Es steht geschrieben: So sann ich nach, ob ich’s begreifen könnte, aber es war mir zu schwer, bis ich ging in das Heiligtum Gottes und merkte auf ihr Ende (Ps 73,16f.). Das Heiligtum ist nicht der Tempel in Jerusalem oder die Moschee auf dem Tempelberg. Das ist auch nicht irgendeine Kirche. „... bis ich ging in das Heiligtum Gottes“ bedeutet, „... bis ich zu Gott ging“. Asaf sagte: „Ich verzweifelte schier, bis ich zu Gott ging, bis ich in Seine Gegenwart kam – da merkte ich, dass alles irgendeinen Sinn hat.“
Ich hatte einmal einen lieben Bruder aus Amerika bei mir in der Gemeinde zu Besuch. Nachdem er aus dem Vietnamkrieg nach Hause zurückgekehrt war, wurde er ein Pastor. Er hatte eine Nahtoderfahrung in den USA und unterrichtete seine Gemeinde darüber. Er begegnete im Himmel einer Schwester, die freudestrahlend auf ihn zuging mit den Worten: „Pastor, schau her, ich habe weiße Zähne!“ In der Ewigkeit erhältst du alle Organe zurück, die dir genommen wurden! Dann begegnete ihm sein Kollege, der im Vietnamkrieg bei ihm war, mit den Worten: „Pastor, schau her, ich habe beide Beine! Ich kann Fußball spielen!“ Ja, im Himmel – in der Gegenwart Gottes – werden wir vollkommen sein!
Im hiesigen Leben kannst du verzweifeln. Über Hiob steht geschrieben, dass er sich mit seinen Lippen nicht versündigt hatte (s. Hiob 1,22). Er verhielt sich nicht töricht: „O, Gott ist grausam! Er straft und züchtigt uns, und lässt uns durch die Hölle marschieren!“ Hiob blieb seinem Gott treu. Selbst wenn du leiden musst – und durch Leiden hier, führt der Weg zu Dir –, verlass dich auf Gott, denn Er ist treu! Und am Schluss – summa summarum – sagte er, was nachfolgend geschrieben steht: Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen (Hiob 42,5). Alles war verloren! Alles ging den Bach hinunter! Alles war kaputt! „Ich hatte von Dir nur vom Hörensagen vernommen“. Es gibt für Leid keine rationale Erklärung! Du kannst dir nicht erklären, warum das Leid in dieser Welt ist, warum dieses und jenes – das, von dem ich anfangs sprach – in dieser Welt ist.
Wo war Gott, als dieses und jenes geschah? Wo war Gott, als Nick ohne Arme und Beine geboren wurde? Wo war Gott in der Geschichte, die im Evangelium nach Johannes Kapitel 9 verzeichnet ist? Da war der Blindgeborene, der von den Juden zu Jesus gebracht wurde. Er hatte keine Pupillen. Wo war denn Gott, als er ohne Pupillen auf die Welt kam? Die Juden fragten – und das taten sie immer und immer wieder –, wer denn da gesündigt habe.
Normalerweise denken so die meisten Frommen: „Hier muss irgendjemand gesündigt haben, entweder die Eltern, die Großeltern oder irgendwer aus dem Familienclan.“ Nein, keiner hat gesündigt! Vergiss den ganzen fromm-religiösen Schmarrn! Vergiss sämtliche Familienaufstellungen!
Es steht geschrieben: Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm (Joh 9,3). „Weder er noch seine Eltern noch sonst wer haben gesündigt, sondern, es sollen die Herrlichkeit Gottes und Seine Werke an Ihm offenbar werden.“ Stell dir nur einmal vor, dass der, der ohne Beine und Arme zur Welt kam, einmal in der Ewigkeit die Herrlichkeit Gottes darstellen soll! „Ich verzweifelte schier, bis ich ging in das Heiligtum Gottes“, sprach Asaf. Also, bis du bei Gott bist! Es macht dann Sinn, wenn du in der Ewigkeit bist!
Jesus trug Leid und eröffnete uns dadurch eine Perspektive. Dadurch können wir Leid ertragen! Nicht jeder muss leiden oder gar ein Märtyrer sein. Aber Leid, in welcher Form auch immer, ist unvermeidbar. Jesus litt! Lies im Buch des Propheten Jesaja das Kapitel 53. Er wurde von den Menschen verachtet und verlassen, als ein Mann der Sorge und der Trauer, wie einer, der vor Gericht steht und sein Gesicht verbergen muss. Er wurde von Gott geschlagen, aber wir sind durch Ihn mit Gott versöhnt! Wir werden, wenn wir in der Ewigkeit sind, mit Gott versöhnt sein! „Warum ließest Du das zu?“ Er wurde für unsere Missetaten zurechtgerückt; für Auschwitz und für die Leute, die hier in Berlin im Bunker saßen – Adolf Hitler und sein ganzer Clan. Jesus ist für alle gestorben, auf dass sie Frieden haben.
Leid ist ein Teil unseres Lebens, und, Geschwister, ich möchte versuchen, diese Frage zu beantworten. Es ist etwas, was jeder fragen und niemand begründen kann. Oftmals kommen Prüfungen und Unfälle des Lebens überraschend und überfallartig auf uns zu. Es gibt fast gar keine Warnung. Plötzlich bist du mittendrin und fragst dich: „Wie komme ich da heraus? Wie werde ich mit dieser Krankheit fertig?“ Ja, so viele Leute – mit MS o. a. – fragen sich das.
Es kommen böse Tage, die dir nicht mehr gefallen werden (s. Pred 12,1). Sie haben keine Ahnung und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Ich will hier dafür auch keine Rezepte verschreiben. Wie gehe ich damit um? Wir schaffen das! Und ich bewundere alle Leute, die trotzdem leben und weitermachen. Du darfst in deiner Schule weiterlernen und beweisen: „Mit Gottes Hilfe kann ich das, auch wenn ich nur mit den Augen zwinkere und meine Gesichtsmuskeln benütze, um meinen Rollstuhl zu bedienen!“
Jesus sprach: „Lernet von mir“. (Siehe Mt 11,29a) Wir gehen schweren Zeiten entgegen, und wir müssen das alles überleben! Was glaubst du, was Menschen alles überleben müssen! Mit zehn Jahren wollte dieser Mann nicht mehr leben, weil er gemobbt und gelästert wurde!
Maria, die Mutter Jesu – als Jesus in ihr Leben kam, kamen Probleme! Josef wollte sie verlassen (s. Mt 1,19). Es gab keinen Wohnraum in der Herberge (s. Lk 2,7b). Sie kam in andere Umstände. Das Leben ist, dass wir in andere Umstände kommen! Wir haben und kennen die Segnungen Gottes. „Nachher“, also nicht heute. „... bis ich ging in das Heiligtum Gottes“. Wir müssen hier alles austragen und so manche Prüfungen und Schwierigkeiten überstehen. Was denkst du, was sie für eine Krone kriegen, wenn sie ihre Prüfungen bestanden haben! „Dennoch bleibe ich stets an Dir.“ (Siehe Ps 73,23a) Dieses „Dennoch“, ja!
In Augsburg gab es einen Pastor, der Vater von drei Kindern war. Er hatte eine junge Frau, die ganz plötzlich verstarb. Alle waren neugierig, was er wohl daraufhin am Sonntag predigen würde. Und er verkündigte: „Ich muss euch etwas sagen. Ich habe eine Botschaft: „Dennoch bleib ich stets an Dir.“ Eine seiner Töchter ist auf meiner Facebookseite. Du kannst sie sehen.
Das Leben ist ein Kampf. Ohne Kampf gibt es keinen Preis; kein Leben. Wer lebt, der muss sich täglich behaupten: „Mit Gott werde ich es schaffen!“ Das gilt auch für jemanden, der nicht an Gott glaubt; er muss gar nicht an Gott glauben. „Mit Gott schaffe ich es!“ – mit dem Gott in mir, in welcher Form auch immer.
Wer Jesus in sich hat, der schafft es. Der behauptet sich tagtäglich. Der bewährt sich. Täglich gewinnt er an Boden. Das wünsche ich dir. Betrachte die Paralympics jetzt am 06. März! Das wird dir helfen! Auch wenn sie nicht an Gott glauben, haben sie doch den starken Gott in sich; sonst würden sie das nicht schaffen können.
Alle möchten befördert werden, doch jede Beförderung hat seinen Preis. Die wirklichen Beförderungen kommen dann, wenn wir uns bewährt haben. Die meisten Demütigungen, Kränkungen, Verletzungen und Abwertungen kommen im Leben. Jeder muss sie durchmachen, der eine mehr, der andere weniger; aber du musst dich behaupten: „Mit Gott gehe ich da hindurch! Mit Gott werde ich überleben! Mit Gott werde ich nicht versagen!“ Bei Gott, im Glaubensleben mit dem Heiligen Geist, geht man nicht rückwärts, sondern vorwärts.
Ich gehe immer vorwärts auf das Ziel zu. „... bis ich ging in das Heiligtum Gottes“. Ich denke nur an das erste Buch Mose Kapitel 37. Josef hatte eine wunderbare Vision – genau wie du vielleicht: „Ich hatte einen Traum!“ – Er sprach: „Ich sehe meinen Vater, meine Mutter und meine Brüder, wie sie sich alle vor mir verbeugen.“ (Siehe 1 Mose 37,6f.) Von wegen! Zuerst ging es nach Ägypten! Dort wurde er beim Potifar für Sklavendienste eingestellt! Daraufhin wurde er ins Gefängnis gesteckt (s. 1 Mose 39,20a) und vergessen (s. 1 Mose 40,23). Doch der Herr war mit Josef! (Siehe 1 Mose 39,23b)
Das ist das Schöne! Der Herr war mit Josef, obwohl er zuerst in die Hölle ging, finstere Täler durchwanderte, quasi wie Daniel in den Ofen geworfen wurde (s. Dan 3,21) oder in der Löwengrube war (s. Dan 6,17a). Obwohl seine Träume zunichte wurden – „Der Sklave ist nicht mehr da!“ –, und plötzlich klopfte es an der Tür: „Gibt es hier einen Träumer?“ (Siehe 1 Mose 41,12-14a) „Der Pharao hatte einen Traum, den er sich selbst nicht erklären kann!“ Josef sieht diesen Traum in seinem Geist (s. 1 Mose 41,25-31.38), also die fetten und die mageren Jahre sowie die fetten und die mageren Ähren. Eine Hungersnot wird über das Land hereinbrechen, aber zuerst kommen die guten Jahre. In den fetten Jahren muss man sammeln und Silos bauen, damit man Vorrat hat in Zeiten der Not (s. 1 Mose 41,17ff.). Er rettete Ägypten und seine Familie (s. 1 Mose 41,56f.).
Wir müssen Schwierigkeiten durchmachen. Josef erlebte das als ein Sklave. Er musste sich von seiner Vergangenheit lösen. In meiner Bibel steht, dass bei dem, der allen vergibt, der es vergisst und der nicht mehr daran denkt, der in der Gegenwart lebt und daraus das Beste macht, das Schicksal gewendet wird (s. Mt 6,14f.; Apg 3,19) so, wie es bei Josef war. Der Weg nach oben, kann eine Weile nach unten führen. Denn es steht geschrieben: Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich (Ps 23,4).
Sei nicht entmutigt, wenn du benachteiligt oder diskriminiert wirst, wenn dein Lebensweg nach unten geht, wenn du Spießrutenlaufen musst, wenn du Leerlauf in deinem Leben hast, wenn du degradiert wirst und wenn du so viel Negatives durchmachen musst! Mein eigener Schwiegervater wurde gekündigt, weil er alt war. Als Lagermeister hatte er eine gute Stelle. Doch er wurde gekündigt! Ich sagte: „Opa, du musst dein Leben nicht aufgeben!“ Er zog dann zu uns nach Stuttgart und fing noch einmal ganz neu an. Zuerst bekam er zwar Arthrose und konnte kaum richtig laufen, doch dann gab ich ihm einen Hund, und dieser Hund hat ihn wieder gesund gemacht. Und schließlich bekam er noch eine Stelle in einem Firmenlager.
Gib dich nicht auf. Durch das Aufgeben kommen nur Krankheiten, Nöte und anderes. Es wird immer schwieriger, anstatt einfacher. Lass dich nicht degradieren. „Altes Eisen!“ Nein, diene Gott. Diese Tage rief mich jemand an und sagte: „Ich hatte so viel Ärger in meinem Leben. Deshalb bekam ich Gallenkolik. Vergiss deine Gallenkolik! Gib deinen Ärger, den du mit Menschen hast, an Gott ab.
Denke nur an David (s. 1 Sam Kap. 16). Er war das achte Kind. „Was will das achte Kind?“ Isai sammelte seine ganze Familie ein: „Samuel kommt und will einen König salben!“ Doch David luden sie gar nicht ein! „Was will das achte Kind?“ David kam ins Haus und die Salbung Gottes kam auf Samuel (s. 1 Sam 16,12c). „Das ist der König!“ Samuel salbte ihn (s. 1 Sam 16,13a) und verschwand danach gleich wieder (s. 1 Sam 16,13c). Denn das war gefährlich! Der Heilige Geist weiß, was richtig ist, auch wenn du vergessen bist. So viele Menschen sind vergessen in unserer Gesellschaft!
David war jahrelang auf der Flucht! (Siehe 1 Sam Kap. 19 - 24). Er musste sich in Höhlen verstecken. Er musste viel Negatives erleben, und er fragte sich vielleicht: „Mein Gott, warum das alles?“ Sei nicht so mickrig und kleinkariert, dass du, wenn schwierige Zeiten kommen, gleich alles hinwirfst und sagst: „Gott ist schuld an meinem Schicksal!“ Vieles kann schuld an meinem Schicksal sein, sogar ich selber, sodass ich über meine eigenen Füße stolpere. Denke immer daran: Der Weg zur Herrlichkeit führt über die Tiefe.
Jesus sprach ein Gleichnis – und das Wort des Herrn, welches gemäß der Überlieferung aus der Heiligen Schrift offenbar wurde und nachfolgend niedergeschrieben ist, lautet wie folgt: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht (Joh 12,24). Das Weizenkorn muss in die Erde fallen, dann wird es vergessen, und erst danach kommen zehn Ähren. Erst dann wird es reif sein! Keiner von uns will Prüfungen bestehen und Prüfungen gegenübertreten. Aber das müssen wir! Uns bleibt nichts erspart! Ich habe euch die Geschichten erzählt von diesen Leuten – Christen oder Nichtchristen, das spielt keine Rolle – „Wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen.“ (Siehe dto. Apg 14,22) Wir müssen durch das Programm Gottes; durch Seine Schule.
Es steht geschrieben: Von David. Ich danke dir von ganzem Herzen, vor den Göttern will ich dir lobsingen. Ich will anbeten zu deinem heiligen Tempel hin und deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast dein Wort herrlich gemacht um deines Namens willen. Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft. Es danken dir, HERR, alle Könige auf Erden, dass sie hören das Wort deines Mundes; sie singen von den Wegen des HERRN, dass die Herrlichkeit des HERRN so groß ist. Denn der HERR ist hoch und sieht auf den Niedrigen und kennt den Stolzen von ferne. Wenn ich mitten in der Angst wandle, so erquickst du mich und reckst deine Hand gegen den Zorn meiner Feinde und hilfst mir mit deiner Rechten. Der HERR wird’s vollenden um meinetwillen. HERR, deine Güte ist ewig. Das Werk deiner Hände wollest du nicht lassen (Ps 138,1ff.). Herr, Du wirst alles für mich tun. Deine Liebe hört niemals auf. Vollende mich – das betet der Beter hier – in dem, was du mit mir angefangen hast.
Ja, Gott fing etwas mit dir an! Ohne Arme und Beine kamst du zur Welt! Gott vollendete es! Dieser Nick begab sich auf den Weg Gottes und vollendete, was Er angefangen hatte!
Wir verstehen vieles nicht. Viele Menschenschicksale sind unerklärlich. Unser Jahrhundert ist ein Jahrhundert des Elends. Viele Märtyrer, Konzentrationslager, Katastrophen – alles, was passierte, ist von Gott zugelassen. Glaubst du, Gott hat geschlafen, als Er dich schuf? Nein, Er war fest dabei. Im Mutterleib habe ich dich zubereitet (s. Ps 139,13) und das Programm geschrieben.
Jeder von uns muss Feuerproben bestehen. Jeder von uns muss Bewährungsproben bestehen. Jeder wird geläutert. Jeder muss „durchs Feuer gehen“. Der eine mehr, und der andere weniger. Der eine kürzer, der andere länger. Jedes Werk muss durchs Feuer gehen (s. 1 Kor 3,13). Im Leben gibt es so viele Hürden! Also, ich sehe mein Leben wie einen reinen Hürdenlauf. „Darf ich da mal drüber springen?“ Eine Böschung nach der anderen! Der Teufel freut sich, und ich verzweifle schier über das, was nacheinander so alles stattfindet.
Wir leben in einer zerbrochenen Welt. Ich muss so viel schlucken, so viel verarbeiten, so viel verdauen. Es geht um das Überleben! Und dass wir überleben, gehört zum Leben! Der Vermieter des Gemeindezentrums in der Nazarethkirchstraße 51 hatte einmal Muse, mich zur Seite zu nehmen und zu sagen: „Herr Matutis, ich möchte Ihnen etwas zeigen. Sehen Sie hier auf dem Foto dieses Schrottauto auf der Autobahn? Wissen Sie, wer darin saß? Ich! Ich überlebte es und lebe immer noch! Ich bin so froh, auch wenn ich keine Beine mehr habe!“
Wir kapieren oft nicht, wieso Gott zuließ, dass wir hier wieder herausgekommen sind und überlebt haben. Gott will uns helfen. Aus alledem rettet Er uns! Er rettet uns nicht in der Kirche, durch kämpfen usw., sondern der Retter Jesus starb für dich und mich, damit wir nicht am Leben verzweifeln. „... bis ich ging in das Heiligtum Gottes“ – das wurde mir ganz groß! Wir geraten in Panik, bis wir gehen in das Heiligtum Gottes. Wir leiden in der Verborgenheit, in der Vergessenheit, in der Verlassenheit! Das gehört zum Leben dazu!
Wer bist du? Du bist allein auf diese Welt gekommen, und du lebst und stirbst allein. In aller Liebe, das ist das Leben.
Wir müssen durch den Zoll gehen, ohne zu schmuggeln; der eine oder andere möchte das gern. Im Buch des Propheten Jesaja Kapitel 42 steht geschrieben: Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen, und den glimmenden Docht wird er nicht auslöschen. In Treue trägt er das Recht hinaus (Jes 42,3). Wenn du durchs Wasser gehst, will ich bei dir sein, und wenn du durch Ströme gehst, sollen sie dich nicht ersäufen. Wenn du durch das Feuer gehst, wirst du nicht verbrennen, und die Flamme wird dich nicht versengen. Die Gegenwart Jesu wird dich erhalten! Das Feuer wird dich nicht verbrennen! Hab keine Angst! In der Welt hast du Angst. „Es ist Krieg in der Ukraine, ach du liebe Zeit!“ Ja, die Menschen sterben wie die Fliegen. Fast eine Million Tote gibt es mittlerweile! Wo sind sie? Sie sind alle bei Gott, in aller Liebe, alle Soldaten, die sterben!
Wenn du durch Kämpfe gehst, spricht Gott: „Ich bin bei dir.“ Wenn du durch Mangel gehst, sagt Er: „Ich bin bei dir!“ Wenn du durch Angriffe und Verleumdungen gehst, spricht Gott: „Ich bin bei dir!“ Auch wenn der Löwe – der Teufel – brüllt, sagt Gott: „Ich bin bei dir! Fürchte dich nicht!“ Wir müssen unseren Ängsten begegnen. Wir müssen angstfrei sein, wenn wir mit Jesus gehen wollen. Wenn du gehst und währenddessen solches alles durchmachst, was bleibt dann von dir noch übrig? Ich muss dir sagen: Von dir bleibt hier auf Erden nichts übrig, außer Staub. Nur die Seele geht zu Gott.
Gott ist mit dir. Er ist dein Ausweg, deine Hintertür, dein Notausgang. Gott führt dich von einer Lösung zur anderen. So wie dieser Vermieter, der sagte: „Herr Matutis, ich lebe noch! Ich bin so froh, dass ich aus diesem Schrottauto herauskam!“ Verzweifle nicht, Bruder! Gott ist mit dir, wenn du keinen Ausweg mehr siehst, wenn dir niemand mehr hilft und dir niemand mehr beisteht.
Es steht geschrieben: Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird’s wohlmachen (Ps 37,5). Ich bin sicher, dass der Herr in meinem Leben alles wohlmachen wird. Da mache ich mir gar keine Gedanken. Und ich mache Gott auch keine Vorschriften. Ich bitte und bettle nicht. Gott wird alles wohlmachen. Lob und Dank! Ich pfeife auf all die frommen Ratgeber und auf all die menschlichen Lösungen! Die ganzen Wohlstands-Evangelisten, die in Amerika verkündigen, sagen: „Glaube an Gott und du wirst Erfolg haben!“ Ich habe Erfolg, auch wenn ich keinen Erfolg habe. Preis Gott! Halleluja!
Die Augen des Herrn schauen auf Menschen, die Ihn lieben (s. Ps 34,16a). Und ich liebe den Herrn schon achtundfünfzig Jahre! Der Psalmist sagt hier zu Gott: „Der Herr gab meine Feinde in meine Hände. Vor wem oder was soll ich mich fürchten? Du bist bei mir!“ Selbst wenn du manchmal töricht denkst und fragst: „Wo warst Du?“ Es liegt nicht an unserem Laufen, nicht an unserem Wollen, und auch nicht an unserem Vollbringen, sondern an Seiner Gnade. Seine Gnade ist bei uns mächtig.
Auch wenn dir nichts erspart bleibt, du gehst deinen Weg zu Ende und sagst: „Ich habe alles getan, was ich tun musste, und nun gebe ich alles ab und gehe zu meinem Gott.“ Der Weg hört bei Gott auf. Mein Weg hört eines Tages bei Gott auf und ich bin im Himmel. Ich kann dann sagen: „Gott hat mich durchgetragen wie auf Adlersflügeln.“
Jeremia, war auch so ein Prophet, der immer nur plärrte und weinte. Er sprach, was nachfolgend geschrieben steht: Denn der HERR wird Jakob erlösen und von der Hand des Mächtigen erretten. Sie werden kommen und auf der Höhe des Zion jauchzen und vor Freude strahlen über die Gaben des HERRN, über Getreide, Wein, Öl und junge Schafe und Rinder, dass ihre Seele sein wird wie ein wasserreicher Garten und sie nicht mehr verschmachten sollen (Jer 31,11f.). „Ihr werdet jubeln und jauchzen, denn der Herr hat euch durchgetragen.“ Die Israeliten waren in der Gefangenschaft und Gott hat sie während der siebzig Jahre durchgetragen. Das ist ein ganzes Menschenalter! Gib Gott nicht auf! Gott gibt dich nicht auf, selbst wenn du Ihn aufgibst.
Wo war Gott als dieses und jenes passierte? Das ist egal. Vergiss das alles. Nimm das gar nicht so ernst. Leiden sind ein Teil unseres Lebens, doch wenn wir Gott vertrauen, dann trägt Er uns durch das Leiden hindurch. „Ich trug dich, als nur eine Spur im Sand zu sehen war.“ Du musst dich nicht selber auf deine eigenen Kosten durchwursteln. Du wirst durchgetragen. Du spürst nichts! Weißt du, was Narkose ist? Lachgas! Du wirst durchgetragen! Und währenddessen arbeitet der Herr Doktor an deinem Körper bzw. an deinen inneren Organen.
Die lieben Christen müssen so viel durchmachen! Manchmal frage ich mich in der Seelsorge: Lieber Gott, was mutest Du den Geschwistern nur alles zu? Von nichts kommt nichts. Wer einmal bei Gott einen Lohn haben möchte, wer gelobt werden oder einen Orden haben möchte, der muss so viel durchmachen! Der muss durch viel Trübsal ins Reich Gottes gehen.
Als Paulus zu Jesus fand und Hananias nicht hingehen wollte, aus welchem Grund auch immer, sprach Gott zu Hananias, was nachfolgend geschrieben steht: Doch der Herr sprach zu ihm: Geh nur hin; denn dieser ist mein auserwähltes Werkzeug, dass er meinen Namen trage vor Heiden und vor Könige und vor das Volk Israel. Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss um meines Namens willen (Apg 9,15f.). Und es wird schwer sein, ihm diesen Stachel auszuschlagen! Paulus musste sich an Seiner Gnade genügen lassen. Seine Kraft ist in den Schwachen mächtig (s. 2 Kor 12,8). Es ist Seine Kraft in dir, die bewirkt, dass du das immer noch kannst.
Viele glauben, wenn ich mich bekehre, dann ist alles in Ordnung. Alles läuft glatt. Es gibt Straffreiheit. Nein! Paulus erlebte nirgendwo Straffreiheit. Er musste durch die Hölle gehen; er ging nach Rom und musste sich dort vor dem Kaiser verantworten. Er hatte einen Pfahl im Fleisch, heißt es in meiner Bibel (s. 2 Kor 12,7a). Satan schlug ihn mit Fäusten (s. 2 Kor 12,7b). Er ging nach Jerusalem u. a. „Ich will ihm zeigen, wie viel er leiden muss“. Gott zeigt es, nicht die lieben Leute, Geschwister oder Heilandschristen.
Jeder Mensch erfährt Leiden auf seine Art und Weise. Und es geschieht zur Ehre Gottes! „Warum ist er blind geboren?“ Damit die Herrlichkeit Gottes an ihm offenbar wird, da er ohne Augen sehen, ertasten und erfühlen kann, und was auch immer, so wie es bei Helen Keller war. Viele verstehen die Gnade Gottes nicht. Sie denken nur „Halleluja!“ und plappern. Nein! Die Gnade ist, das alles zu können! Egal, was Gott mir zumutet – „ich kann das mit Gott“. „... bis ich ging in das Heiligtum Gottes“. Ich bin unerschrocken usw. Ich muss das alles „auslöffeln“! Ja, vielleicht hast du dir das auch selber eingebrockt! Du musst vielleicht so manches wieder gutmachen, auf welche Art auch immer.
Es ist ein sehr wichtiges Thema! „Warum muss ich so viel leiden in meinem Leben?“ Denke darüber nach und finde deinen eigenen Weg, warum das alles geschieht und passiert.
Paulus fand es heraus: „Ich fügte den Geschwistern in Jerusalem so viel Leid zu. Deshalb wird mir nun auch so viel Leid zugefügt. Sie wollen mich lynchen. Sie verschwören sich und wollen mich umbringen.“ „Lasst uns nichts essen und trinken, denn wir wollen Paulus von Tarsus umbringen (s. Apg 23,12-14.21b+c). Doch was tat Gott? Paulus machte einen Umweg. In Tarsus erlebte er Schiffbruch (s. Apg 27,13ff.), eine Viper biss sich an seiner Hand fest, und er schüttelte sie ab (s. Apg 28,3-5). Er rief aus, was nachfolgend geschrieben steht: Leben wir, so leben wir dem Herrn; sterben wir, so sterben wir dem Herrn. Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn (Röm 14,8). Ja, und ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn!
Lebe in Frieden. Vielleicht weißt du inzwischen, dass du dieses und jenes noch büßen musst. Der Heilige Geist deckt so manches auf und zu (s. Joh 16,8; Röm 4,7f.; 1 Petr 4,8b). Nimm jede Verletzung aus Gottes Hand. Verstehe deine Leiden. Leiden haben einen höheren Sinn. Das lernst du in keiner Schule. Das lernst du nur in der Leidens-Schule Gottes. Leiden ist keine Strafe! Höre doch auf, Bruder, Schwester, andere Leute zu beschuldigen: „Leiden ist eine Strafe!“ Nein, es hat eine lebensverändernde Wirkung!
Leiden ist die Schule Gottes. Es ist mein Schicksal. Ich kann sogar Zeugnis geben, gleich Nick, Helen Keller oder John! Ich kann mein Leben zur Ehre Gottes präsentieren und „einen Film für Billy Graham drehen, der zeigt, wie sie zu Gott fand“. Leid zu bewältigen ist wichtig! Gott gibt uns Dinge ins Leben, die wir überwinden müssen. Entweder du schluckst sie, oder du erstickst. Und du überwindest sie! „Ich nehme das alles gar nicht mehr so ernst!“ Lebe in der Allmacht Gottes.
Gebet: Herr Jesus, ich danke Dir, dass Du bei uns bist alle Tage, bis an der Welt Ende (s. Mt 28,20b). Auch wenn so viel Negatives in unserem Leben geschieht, überlassen wir doch alles Dir. Unser Leben – dein und mein Leben – ist in Deiner Hand. Halleluja! Auch wenn wir finstere Täler durchschreiten müssen, so wissen wir doch, dass Du bis in alle Ewigkeit bei uns bleibst. Wir sind in Deinen Armen. Halleluja! Amen


