Die Auferstehung der Toten
Die Auferstehung der Toten – Predigt vom 17.04.2026
Preis dem Herrn! Was tat Er alles für mich, der Herr Jesus Christus? Er ging in den Tod! Er opferte sich für mich auf. Und wenn es nur ich wäre, aber Er hat für alle Menschen unheimlich viel getan (siehe z. B. Mk 10,51f.; Lk 5,18.24b-25; Mt 8,2f.; Mk 5,1-5.12-13a.14b-15 u. v. a. m.). Ja, Er opferte sich für mich auf (s. Hebr 9,12; 10,10). Und das tat Er für mich. Halleluja!
Ich möchte heute über die Auferstehung der Toten sprechen, denn das ist die Botschaft, die zu Ostern verbreitet wurde. Wir kommen ja von Ostern. Die Auferstehung Jesu – das war das zentrale Thema des Glaubens der ersten Christen.
Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, dann wäre unsere Predigt vergeblich (s. 1 Kor 15,14a). Alles wäre nur ein Irrtum, eine Lüge oder eine Illusion. Aber dank Gott auferstand Jesus und lebt! Die ganzen Predigten, insbesondere die Osterbotschaft, wären nichts mehr als eine Falschinformation. Doch Jesus auferstand, und dafür gibt es so viele Zeugen! Vierzig Tage lang erschien er Seinen Jüngern (s. Lk 24,34.36; 1 Kor 15,5-8; Joh 20,14-18.19.26-28; Mt 28,16f.). Er aß und trank mit Ihnen (s. Joh 21,1-14). Und Er überbrachte ihnen viele wichtige Botschaften.
Als der Apostel Paulus den Korintherbrief schrieb – das war im Jahr 55 n. Chr. –, da lebten noch so viele, die Jesus, den Auferstandenen, kannten, denen Jesus einmal bei fünfhundert Leuten erschienen war. Und außerdem ließen sich die Jünger foltern. Sie starben als Märtyrer, denn sie waren so überzeugt, dass Jesus lebt. Wäre Jesus nicht auferstanden, hätten sie nicht für irgendeine Fata Morgana ihr Leben geopfert.
Die Jünger Jesu erregten in Jerusalem ein gewaltiges Aufsehen mit ihrer Botschaft, dass Jesus lebt (s. Apg 4,15-18.21). Sie erfüllten ganz Jerusalem mit eben dieser Botschaft. Sie waren Zeitzeugen der Auferstehung (s. Apg 4,20), denn sie lebten noch; so auch Jakobus, der Bruder des Herrn Jesus.
Anfangs glaubten die Brüder nicht an den Herrn Jesus (s. Joh 7,5). Doch dieser Bruder bekehrte sich und wurde zum Vorsteher der Gemeinde in Jerusalem (s. Gal 2,9a). Im Jahr 62 n. Chr. wurde er in Jerusalem hingerichtet (s. Apg 12,2). Er starb für seinen Glauben. Stephanus war der erste Märtyrer (s. Apg 7,59). Die Menschen würden nicht für eine Lüge, eine Fata Morgana oder eine Einbildung ihr Leben lassen. Nein, sie glaubten ganz fest an die Auferstehung.
Die Frauen am Ostermorgen gingen zum Grab, um Jesus zu salben (s. Mk 16,1). Sie hatten nicht erwartet, dass Jesus lebt. Sie wollten die Leiche salben, doch als sie ankamen, hatte alles schon stattgefunden (s. Mk 16,4). Die einzige Erwartung, die sie hatten, war Jesu Tod und ihr Ansinnen, Ihn zu salben. Aber sie erfuhren, dass Jesus lebt (s. Mk 16,5f.).
Petrus und Johannes waren zum Grab gegangen, um sich zu überzeugen, ob das wirklich war sei (s. Joh 20,3). Auch Thomas – er glaubte erst, nachdem er Jesu Hände und Füße berührt hatte. Daraufhin rief er aus: „Mein Herr und mein Gott!“ (s. Joh 20,27f.) Das waren alles Augenzeugen. Das alles war authentisch.
Auch die Hohenpriester – sie ließen das Grab versiegeln (s. Mt 27,66). Wenn es Jesus nicht gegeben hätte und wenn Er nicht gestorben wäre, so hätte das alles gar nicht stattgefunden. Doch sie ließen sogar das Grab versiegeln und bewachen. Wo überwacht man das Grab eines Toten? In Jerusalem!
Die Hohenpriester – sie glaubten, Jesu würde auferstehen. Die nächste Botschaft wäre noch viel schlimmer als die erste. Ich spreche hier von der Auferstehung der Toten – von unserer Auferstehungshoffnung. Wir müssen alle einmal sterben (s. Jes 40,6b-8a; Pred 1,4a; Ps 90,12). Das ist das Normale. Das ist der Weg des Lebens. Der Tod ist für mich nur ein Übergang von einem Zimmer in ein anderes, von einer Situation in eine andere, vom Bewusstsein zum Unterbewusstsein.
Ich fungiere als ein Navigator heute Nachmittag, und ich versuche dir zu sagen, lieber Bruder und liebe Schwester: Auch wir werden leben, weil Jesus lebt. Du bist nicht das Ende des Lebens. Deine körperlich-organischen Funktionen hören zwar auf, aber wir hören nicht als Persönlichkeit auf. Unser Organismus und unsere Wahrnehmung sowie alles, was zu unserer Persönlichkeit gehört, hört auf zu funktionieren. Dieser Organismus erlischt eines Tages und wir kehren zu Gott heim.
Von Staub zu Staub, von Asche zu Asche, doch was von Gott ist, das kehrt wieder zu Ihm zurück. Meine Seele ist von Gott (s. 1 Mose 2,7 b+c). Es ist ein Prozess, bei dem Herzschlag und Atmung aufhören. Wir gehen ins Jenseits über. Ich löse mich hier von dem irdisch Sichtbaren. Leib und Seele werden getrennt. Was von der Erde ist, wird zu Erde (s. 1 Mose 3,19b; Pred 12,7a), und das, was Geist ist, wird zu Geist (s. Pred 12,7b). Der natürliche Lebenszyklus endet. Aus Erde bist du, und zu Erde sollst du werden.
Unlängst wurde eine wissenschaftliche Untersuchung vorgenommen, von der ich neulich las: Jemand wog sterbende Menschen ab. Dabei wurde festgestellt, dass die Seele 21 Gramm schwer ist. Vergleichbar ist das mit einer Briefmarke auf einem Brief. Diese 21 Gramm kehren wieder zu Gott zurück.
Wir haben eine neue Existenz in der Ewigkeit. Wir leben im Jenseits. „Weil Jesus lebt, lebe ich auch Morgen“ – das ist die Botschaft, die ich heute für dich habe. Und ich möchte dich ermutigen: Es gibt drüben im Jenseits kein Leid, keinen Tod, kein Schmerz und auch kein Geschrei (s. Offb 21,4). Dort haben wir eine andere Lebenswirklichkeit. Wir sprechen von einem ewigen Leben. Nach dem Tod – dem Sterben – wird das Fleisch zu Fleisch, und der Geist wird zu Geist. Das ist diese Situation.
Das Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. Die Seele muss einen anderen Körper bekommen. Der Körper wird transformiert, umgewandelt, umgeformt und verwandelt. Plötzlich bin ich Geist. Das Verwesliche zieht das Unverwesliche an (s. 1 Kor 15,53). Das Verwüstliche zieht das Unverwüstliche und das Unverderbliche an. Das Sterbliche bekommt Unsterblichkeit (s. 1 Kor 15,54f.). Wir werden ausgetauscht. Wir werden eine ganz neue Schöpfung – ganz neue Menschen, sodass wir sagen können, was nachfolgend geschrieben steht: Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden (2 Kor 5,17).
Das Sterben ist ein reiner Transformationsprozess. Es ist ein Übergang. Es ist eine Verwandlung vom Diesseits zum Jenseits bzw. vom Bewusstsein zum Unterbewusstsein. Sterben ist ein Prozess. Du musst also keine Angst vor dem Sterben haben. Wir werden umgewandelt. „Wir werden geboren, um zu sterben“, teilte mir neulich ein Hippie mit. Die Organe stellen ihre Arbeit ein. Der Kreislauf schwächt sich langsam ab. Die Arbeit wird unregelmäßiger. Das passiert beim Sterben. Es ist ein Prozess des Loslassens.
Unser Bewusstsein verändert sich. Alles wird langsamer und bedachtsamer. Es ist mit dem Leben noch nicht zu Ende; es geht nur alles ein bisschen langsamer, bevor wir sterben. Wir gehen zu Gott.
Von Gott aus gesehen, werden wir nach dem Tod weiterentwickelt. Das ist der Ist-Zustand, und wir kommen in den Soll-Zustand und werden zu dem, was wir sein sollten, also zu dem, was Gott von Anfang an für unser Leben gewollt hat. Er will eine Umgestaltung bzw. einen Gestaltenwandel.
Ich verwende immer gern das Bild von Wasser, H₂O. Wasser – wir kennen diese Form –, dann kommt das Eis, dann der Nebel bzw. der Dampf, aber es bleibt immer in der Zusammensetzung H₂O. Das Sterbliche zieht das Unsterbliche an. Die Umwandlung ist der Prozess Gottes, den Er in uns Menschen hineinlegte. Transformation ist diese Umwandlung.
Das erste Wunder in Kana war, Wasser in Wein zu verwandeln (s. Joh 2,1ff.). Das ist es, was Gott mit uns tut. Er verwandelt das Irdische und Sichtbare in etwas Himmlisches, Göttliches und Ewiges. Diese Verwandlung war das erste Wunder Jesu (s. Joh 2,7-11a).
Die Natur – überall in der Natur begegnen wir der Transformation. Aus dem Alten wird das Neue, aus dem Unvollkommenen wird das Vollkommene und das Vollendete. Eben das, was wir jetzt im Frühjahr erleben: Alles das, was kahl und leer war, erblüht. Aus Fleisch wird Geist. Das ist das Göttliche, was Gott in uns hineinlegte! Aus Menschlich wird Göttlich, aus Zeitlich wird Ewig.
Die Bibel ist voll mit Geschichten, in denen Umbrüche und Krisen durch Gottes Wirken in Neuanfänge und Aufbrüche verwandelt wurde. Wir werden neu aufleben. Wir gehen nur von einem Raum – dem Warteraum – in einen anderen. Die Erde ist die Schule für die Ewigkeit. Selbst die Natur zeigt uns ihre Zyklen der Verwandlung. Alles blüht wieder auf. Der Frühling ist da! Halleluja!
Ich möchte hier auch das Bild einer Raupe verwenden: Sie krabbelt und frisst ihr Kraut, bis sie sich zu einen Kokon verpuppt. Darin entwickelt sie sich zu einem Schmetterling. Genau so ergeht es uns Menschen auch. Sie wird zu einem Schmetterling, aber in ihrem Grundbestand war und bleibt sie immer eine Raupe. Aber jetzt ist sie eben ein Schmetterling!
Überlass alles Gott, der Natur und dem Leben. Gott macht es schon. Er bewirkt, dass du ein neuer Mensch wirst. Das ist Gottes Wille und Absicht in deinem und meinem Leben. Der Prozess – diese Metamorphose bzw. Verwandlung – ist für uns Menschen so angelegt. Die Raupe verwandelt sich nicht, nur der Körper wird verflüssigt und tritt in einem neuen Zustand hervor. Er zwingt sich aus dem Kokon, die Flügel sind trocken, und siehe, es ist ein Schmetterling aus ihm geworden. Aus den Zellen bildet sich ein Schmetterling. Das Sterbliche muss anziehen das Unsterbliche. Wir sind verkleidet. Wir haben ein neues Aussehen sowie ein neues Dasein.
Die früheren Gläubigen – die Urchristen also – betrachteten das als einen Übergang vom hiesigen Dasein ins Jenseits, in einen ewigen, unsterblichen Zustand. Das ist Auferstehung. Die ganze Natur und das ganze Dasein ist so angelegt!
Nach der Auferstehung sind wir frei von der Vergänglichkeit. Da schweben wir. Wir leben ganz woanders, obwohl wir von Natur aus noch „eine Raupe“ sind. Im 1. Korintherbrief Kapitel 15 lesen wir, was nachfolgend geschrieben steht: Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit (1 Kor 15,53). Dafür leben, kämpfen und arbeiten wir. Das Verletzliche muss anziehen die Unverletzlichkeit. Ich kann nicht mehr verletzt werden und ich kann nicht mehr sterben. Das Vergängliche muss anziehen die Unvergänglichkeit.
Die Auferstehung ist nichts anderes als eine Transformation. Was ist eine Transformation? Es wurde bereits bei der Schöpfung für den Menschen so angelegt. Dieses Anziehen symbolisiert, dass der sterbliche Mensch eine neue, göttliche Qualität bekommt: „Ich bin ewig.“ Nach dem Tod stirbt das Fleisch – also der Leib bzw. der Körper –, und der Geist lebt neu auf. Der Gläubige entwickelt sich zu einem neuen Menschen. Etwas Neues ist im Werden.
Die Auferstehung bzw. diese Transformation ist nicht etwa nur eine Vergeistigung, sondern es ist eine neue Existenz, die wir bekommen. Die Seele existiert weiter, während der Körper – dieser irdische Leib – hier vergeht. Meine Seele existiert weiter! Der Geist ist ewig. Er kann weder sterben noch vergehen. Er kann zu nichts werden. „Meine Äonen können nicht zu Nichts verfallen.“
Fast alle Kulturen glaubten daran. Und wir wissen es sogar selbst aus der Nahtoderfahrung. Alle Kulturen glaubten mehr oder weniger an eine solche Transformation. Der Tod ist nur das Ende des physischen Körpers. Das Individuum, die Seele und das Bewusstsein, existiert weiter. Gott schuf uns für die Unsterblichkeit. Du kannst dich freuen, jubeln und jauchzen! Du musst dich nicht fürchten und Angst haben, wie es mit dir weitergeht.
Gott schuf uns für die Unsterblichkeit. Das Sterben ist nur für den Leib bestimmt. Die Seele aufersteht. Jesus sprach, was nachfolgend geschrieben steht: Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, doch die Seele nicht töten können (Mt 10,28a). Diese Worte sprach Er, weil die Seele etwas Ewiges und Göttliches ist. Gott allein ist die Unsterblichkeit. Aber alles, was von Gott ist, die Seele und der Mensch, ist unsterblich.
Wir sind geschaffen von Gott. Wir haben Gottes Odem. Gott pustete uns an und der Mensch wurde eine unsterbliche Seele. Gott ist der ewig da Seiende (s. 2 Mose 3,14a LUT 1912; Ps 90,2; Jes 40,28b; 1 Tim 1,17; Offb 1,4a.8), und sobald ich mich mit Gott verbinde und Jesus Christus in mein Leben aufnehme, dann habe ich das ewige Leben (s. Joh 3,16, 5,24, 11,25, 17,3; 1 Joh 5,11).
Jesus sprach einmal die folgenden Worte aus: „Auch die Engel sterben nicht. Sie sind von Gott geschaffen und werden von Gott erhalten“, wie nachfolgend geschrieben steht: Sind sie nicht allesamt dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit? (Hebr 1,14)
Weil Jesus lebt, leben auch wir. Das ist die Botschaft des Evangeliums. Das ist Ostern. Ja, die Auferstehung der Toten – diese Transformation. Die Unsterblichkeit bezieht sich nur auf den Menschen. Der Mensch ist Geist und Seele. Er hat einen Leib, aber dieser irdische Leib wird vergehen und wir werden von Gott einen unsterblichen Leib bekommen.
Mit der Geburt empfängt der Mensch die ewige Existenz. Das ewige Leben, diese Unsterblichkeit, erhält er mit seiner Geburt. In der Ewigkeit empfängt er dann seine Seele, wenn er vom Diesseits ins Jenseits übergeht. Und aus der Raupe wird ein Schmetterling, welcher Art auch immer. Er freut sich, denn das Fleisch wird zu Geist. Es steht geschrieben: So nun der Geist des, der Jesum von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird auch derselbe, der Christum von den Toten auferweckt hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen um deswillen, daß sein Geist in euch wohnt (Röm 8,11 LUT 1912). Dieser Geist wird auch meinen sterblichen Leib auferwecken und wieder lebendig machen.
Der Mensch besteht aus zwei Teilen: dem Körper – das ist das vergängliche Irdische und Sichtbare hier in dieser Welt –, und der unsterblichen und unvergänglichen Seele. Sie löst sich von dem Körper, der dem Tod verfallen und preisgegeben ist. Gott hatte dem Menschen gesagt, was nachfolgend geschrieben steht: Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon isst, wirst du des Todes sterben (1 Mose 2,17 LUT 1912). Und das ist der Mensch geworden. Er versündigte sich. Er vergriff sich an Gottes Geboten.
Bei Gott erhalten wir einen neuen, verherrlichten Leib. Durch den Sündenfall wurde der Mensch verdorben. Plötzlich merkte er: „Ich bin nackt. Ich bin krank. Ich bin gebrechlich. Ich bin sterblich.“ Dornen und Disteln lässt er dir wachsen (s. 1 Mose 3,18a EU). Der erste Mensch war bekleidet mit der Herrlichkeit. Ich weiß nicht, in welcher Form, aber ich weiß, dass er herrlich war. Denn meine Bibel sagt mir, was nachfolgend geschrieben steht: Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen (Röm 3,23).
Plötzlich merkte der Mensch, dass er nackt war. Adam versuchte, sich aus Feigenblättern ein Gewand zu machen. Die Schrift sagt uns, dass der Mensch mit der Herrlichkeit Gottes gekrönt war, wie nachfolgend geschrieben steht: Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt (Ps 8,6).
Glaub doch nicht, dass Gott nackt herumläuft. Auch der Mensch im Paradies war nicht nackt. Er hatte die Herrlichkeit Gottes, mit der er bekleidet war (s. dto. Ps 8,6). Die meisten Menschen auf den Gemälden der damaligen Zeit sind mit einem Heiligenschein dargestellt. Gekleidet in herrliche Gewänder umgibt sie ein sanfter Schein. Der Mensch verlor dieses Strahlen durch die Herrlichkeit Gottes und die Tatsache, dass Er uns zu etwas Besonderem gemacht hat.
In der Antike war der Mensch etwas Besonderes. Er war mit einem Heiligenschein gekrönt. Das war ein Kennzeichen, dass er zu Gott gehörte. Auf einem Gemälde von Michelangelo, in der Sixtinischen Kapelle am Altar, sind sowohl alle Kardinäle als auch alle Bischöfe nackt dargestellt. Vor Gott sind wir nackt. Solange wir hier auf Erden sind, sind wir nicht bekleidet; uns fehlen die Kleider. Aber Gott machte für uns Felle (s. 1 Mose 3,21a), und dafür musste ein Tier sterben. Damals starb ein Tier, und der Mensch wurde bekleidet (s. 1 Mose 3,21b).
Menschen, die Gott begegnen, haben eine ganz neue Aura. Sie haben ein ganz neues Dasein. Die Künstler versuchten, die Herrlichkeit Gottes irgendwie darzustellen: so z. B. durch einen Nimbus, der strahlte und leuchtete. Als Mose aus der Herrlichkeit Gottes trat, strahlte sein Angesicht, sodass die Menschen ihn nicht ansehen konnten (s. 2 Mose 34,29f.). Er musste sein Angesicht verdecken (s. 2 Mose 34,33-35).
Der Mensch strahlte – das ist die Botschaft, die wir haben. Der Auferstehungs- und Herrlichkeitsleib strahlt. Und auch Adam und Eva strahlten vor dem Sündenfall die Herrlichkeit Gottes aus. Sie versuchten, den Ruhm Gottes weiterzugeben. Sie gaben den Tieren den Namen (s. 1 Mose 2,19) und die Tiere hatten Respekt vor den Menschen. Bis heute haben die Tiere – auch die wilden – Respekt vor den Menschen.
Dieser Ruhm wurde den Menschen gegeben. Sie sollten ewig leben und frei von Krankheiten sein. Krankheit und Mangel haben im Leben eines Kindes Gottes nichts zu suchen. Diese Herrlichkeit ermöglicht es ihnen, so zu leben, wie Gott lebt, und so zu strahlen wie Er. Doch durch die Sünde kam das Verderben, und zwar zu allen Menschen. Sie sind allesamt Sünder und ermangeln des Ruhmes, den sie vor Gott haben sollen. Das war nicht die Absicht Gottes. Seine Absicht war etwas ganz anderes: Der Mensch sollte Gemeinschaft mit Ihm haben und strahlen.
Wenn Adam und Eva im Garten Eden nicht gesündigt hätten, würden sie heute noch leben. Du sagst: „Wie bitte, Herr Matutis?“ oder: „Und was ist mit mir?“ oder: „Was ist mit Ihnen?“ Soll ich dir sagen, was mit mir wäre? Ich wäre ein Anbetungsleiter. Ich würde irgendetwas tun zur Ehre und Verherrlichung Gottes. Ich würde Seinen Ruhm verbreiten.
Die Erde könnte alle Menschen, die darauf leben, ernähren. Das ist der Segen Gottes. Aber ein Großteil der Erde ist Wüste. „Und die Erde ward wüst und leer“, das steht in meiner Bibel (s. 1 Mose 1,2a). Das war der Fall Luzifers. Aber die Menschen, die Gott dienten, waren in der Gegenwart Gottes. Unsere Vorfahren damals waren mit der Herrlichkeit Gottes bekleidet, bis sie aus dem Paradies vertrieben wurden (s. 1 Mose 3,24a). Dornen und Disteln lässt er dir wachsen.
Bedenke, als Eva gesündigt hatte, verloren sie ihre Berufung. Dadurch wurden sie von ihrer Aufgabe entbunden. Sie mussten nun selber im Schweiße ihres Angesichts ihr Brot essen (s. 1 Mose 3,19a) und alles andere tun (s. 1 Mose 3,16a). Wenn sie nicht gesündigt hätten, wären sie Könige und Priester. Wir würden mit Christus regieren. Wir wären Musikanten, Anbetungsleiter und Sänger. Wir hätten andere Aufgaben, nicht diese, die dem Menschen nach dem Sündenfall auferlegt wurden.
Da sie gesündigt hatten, verloren sie alles. Sie mussten sich mit Feigenblättern bekleiden und bedecken, da sie sich schämten (s. 1 Mose 3,10). Wir müssen uns vor Gott nicht schämen; auch heute nicht. Jesus Christus kam in diese Welt. Er ist das Lamm Gottes, das für uns starb (s. Joh 1,29b). Ich kann vor das Angesicht Gottes treten, denn ich habe die Salbung. Das ist es, was abstrahlt und die Herrlichkeit Gottes präsentiert und weitergibt.
Wir haben einen natürlichen und einen übernatürlichen Leib. Der Mensch vor dem Sündenfall hatte einen übernatürlichen Leib. Er war den Engeln gleich. Glaubt doch nicht, dass die Engel nackt herum springen und unbekleidet sind. Sie sind bekleidet von der Herrlichkeit Gottes. Nur Satan und seine in Sünde gefallenen Engel sind nackt und bloß. Satan versucht, uns zu blamieren.
Die Bibel teilt uns mit, dass die Engel Gottes Sein Angesicht sehen. Sie freuen sich! Du kannst erst vor das Angesicht Gottes treten, wenn du die Kleider des Heils trägst. Die Feigen vergehen (s. 1 Mose 3,7b), aber ein Fell hält lange und ewig.
In der Gemeinschaft mit Gott haben wir Bestand bis in alle Ewigkeit. Der Mensch wurde der Erde entnommen (s. 1 Mose 2,7a) und nur durch die Gemeinschaft mit Gott kann er diese Herrlichkeit wiederhaben. Doch er verlor das alles durch den Sündenfall. Jetzt versucht er, sich selbst zu bekleiden: „Kleider machen Leute.“ Sieh, wie die Könige und Priester gekleidet sind: in Schmuck und Ornamente. Und so werden auch wir eines Tages bekleidet sein durch die Herrlichkeit Gottes.
Die Bibel ist tatsächlich ein Geschichtsbuch, in dem uns Gott Seine Herrlichkeit demonstriert. Wir sind verwandelt. Wir gehen von Herrlichkeit zu Herrlichkeit. Damit ist nicht nur eine Herrlichkeit gemeint, sondern eine Herrlichkeit nach der anderen, sobald wir im Himmel sind. Wir werden jeden Tag schöner und herrlicher. Es gibt keinen Ersatz für die Herrlichkeit Gottes.
Es ist die Geschichte davon, dass Gott den Menschen schuf. Er schuf ihn nicht nackt, sondern vollendet und vollkommen. Er wurde nur unvollendet und unvollkommen, sodass er sein Ideal nicht mehr verwirklichen kann. Er war mit der Herrlichkeit Gottes bedeckt, und diese ganze Herrlichkeit wird in der Ewigkeit wieder zurückgebracht.
Die ganzen Lumpen, die sich der verlorene Sohn unterwegs angeeignet hatte, wurden ihm abgenommen, als er wieder nach Hause zurück kam. Sein Vater sprach: „Bringt schnell das beste Gewand her und zieht es ihm an“ usw. (Siehe Lk 15,22a) So wird es auch uns ergehen, wenn wir zum Vater in den Himmel zurückkehren. Wir werden das beste Kleid bekommen. Wir werden vor Gott treten.
Die Schrift sagt uns, dass unsere Leiber, wenn wir sterben und in Christus sind, von der Herrlichkeit Gottes strahlen werden so wie bei Mose und Elia auf dem Berg der Verklärung. Sie strahlten (s. Lk 9,30f.), sodass Petrus sogar ausrief, was nachfolgend geschrieben steht: Und es begab sich, als sie von ihm schieden, sprach Petrus zu Jesus: Meister, hier ist für uns gut sein! Lasst uns drei Hütten bauen, dir eine, Mose eine und Elia eine. Er wusste aber nicht, was er redete (Lk 9,33). Wir werden etwas ganz anderes in der Ewigkeit sein. Freu dich darüber!
Paulus verkündigte, was nachfolgend geschrieben steht: Wir wollen euch aber, Brüder und Schwestern, nicht im Ungewissen lassen über die, die da schlafen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben (1 Thess 4,13). Ihr, die ihr keine Hoffnung, keinen Pep und keinen Glauben habt, müsst nicht traurig sein, denn wir glauben an Jesus Christus, der für uns starb und auferstand (s. 1 Kor 15,14).
Auch Jesus war nach Seiner Auferstehung bekleidet, sodass Maria Magdalena fragte: „Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“ (Siehe Joh 20,13b) Sowie: „Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt?“ (Siehe Joh 20,15b) Der Herr lief nicht nackt herum. Deshalb lies den 1. Thessalonicherbrief Kapitel 4:
Es steht weiter geschrieben: Wir wollen euch aber, Brüder und Schwestern, nicht im Ungewissen lassen über die, die da schlafen, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben. Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die, die da entschlafen sind, durch Jesus mit ihm führen. Denn das sagen wir euch mit einem Wort des Herrn, dass wir, die wir leben und übrig bleiben bis zum Kommen des Herrn, denen nicht zuvorkommen werden, die entschlafen sind. Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Ruf ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallen, herabkommen vom Himmel, und die Toten werden in Christus auferstehen zuerst (1 Thess 4,13-16). Sie alle werden plötzlich da sein und der Herr wird mit Seinen Heiligen kommen.
Und glaubt nicht etwa, dass die Heiligen nackt sind, so wie es auf dem Gemälde von Michelangelo dargestellt ist. Denn weiter steht geschrieben: Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken, dem Herrn entgegen in die Luft. Und so werden wir beim Herrn sein allezeit (1 Thess 4,17). Das wird ein herrlicher Tag sein, wenn ich meinen Lieben, die ich gekannt habe, begegnen werde.
Wir haben zwei Leben in uns: Das Leben hier auf dieser Erde. Und die Erde ist nur unser Exerzierplatz. Wir werden eines Tages lebendig und neu gekleidet und überkleidet sein. „Wir haben zwei Leben. Das zweite Leben beginnt, wenn wir erkennen, dass wir nur eines haben“, sagte Konfuzius. Dieses eine Leben ist das Leben in Jesus Christus. Also, der erste Teil ist, dass wir alle sterben werden (s. Hebr 9,27; 1 Kor 15,22a). Das ist eine unumstößliche ewige Tatsache. Alles Leben endet einmal. Wir werden geboren, um zu sterben. Und der zweite Teil ist: Wir werden alle lebendig. Wir leben, weil Jesus lebt. Halleluja!
Darüber, dass Jesus lebt, freue dich! Der Tod ist ein Teil des Kreislaufes. Unser Leben setzt sich immer wieder aus dem fort, was war, gleich der Raupe, die sich in einen Schmetterling verwandelt, nachdem sie den Kokon verließ. Wir verpuppen uns. Wir verlassen diese Welt für ein paar Augenblicke. Aber dann sind wir H₂O. Dann sind wir vielleicht eine Schneeflocke, Dampf oder Nebel. Was auch immer wir sind, wir befinden uns in einem neuen Dasein und in einer neuen Daseinsform.
Das Leben unterliegt der Transformation – dem Wandel. Jesus verwandelte Wasser in Wein. Gott ist kein Gott der Toten, sondern der der Lebenden (s. Lk 20,38a). Und wir gehören dazu, weil wir Kinder Gottes sind (s. Apg 17,28; Röm 14,7f.). Gott ist ein Gott des Lebens und nicht der Vergänglichkeit. Gott ist ein Gott, der die Menschen lebendig macht. Und jeder, der zu Gott geht und kommt, wird lebendig. Gott ist ein Gott, der lebt. Er sagt über Vater Abraham, Isaak und Jakob, dass sie am Leben bleiben. Sie sind nicht tot. Lies es selbst nach. Es steht geschrieben: »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs« [?] Gott aber ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen (Mt 22,32 LUT 1912).
Nachdem meine Mutter verstorben war, sah ich in einem Traum, wie sie, meine Oma an der Hand haltend, mit einem großen Schwarm meiner Vorfahren zu mir kam. Ich fragte sie, wohin sie denn gehen würde, woraufhin sie antwortete: „Ich will zu euch kommen und bei euch wohnen.“ Die sichtbare und die unsichtbare Welt gehören auch über das Grab hinaus zusammen. Das ist die Botschaft Abrahams, Isaaks, Jakobs und all derer, die vom Volk Gottes sind.
Mit den Worten „Gott ist ein Gott der Lebendigen“ beendet Jesus die Diskussion der Schriftgelehrten. Bei Ihm und durch Ihn werden alle lebendig. Sie stehen bei Ihm im Buch des Lebens. Lies, was nachfolgend geschrieben steht: Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind (Lk 10,20). Satan steht nicht im Buch des Lebens. Aber dein und mein Name steht im Buch des Lebens. Wir werden zu Gott gehen und vor Ihn treten. Denn nur Gott allein hat die Unsterblichkeit. Deshalb freut euch, dass eure Namen im Buch des Lebens stehen. Halleluja!
Du musst kein Christ sein, doch du musst ein an Jesus Gläubiger sein. Wenn wir sterben sind wir bei Gott, bei den Heiligen und Patriarchen. Dann werden wir versammelt bei den unsrigen. Es steht geschrieben: Und Abraham verschied und starb in einem guten Alter, als er alt und lebenssatt war, und wurde zu seinen Vätern versammelt (1 Mose 25,8). Ja, er wurde versammelt zu den seinigen: zu Noah, zu Henoch, zu Adam und zu all den Menschen, die je zuvor lebten.
Unsere Unsterblichkeit führt uns zurück zu Gott. Der Geist, der Jesus auferweckte, wird auch unsere sterblichen Leiber wieder lebendig machen. Da, wo wir nicht mehr weiterkönnen, wo wir alles aufgeben und hier lassen, macht Gott weiter. Die Fortsetzung folgt. Er wird zulassen, dass du die Herrlichkeit Gottes siehst und dass du ewig bei Gott bleibst. Nicht der Tod ist das Letzte, sondern das Leben.
Im Buch des Propheten Daniel Kapitel 12 steht geschrieben: Und viele, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und die Verständigen werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich (Dan 12,2f.). Manche werden aufwachen, zu ewiger Schmach und Schande. Weißt du, was das heißt?
„Ach, hätten wir doch nur ernst gemacht! Hätten wir doch nur auf Pastor Matutis gehört! Hätten wir doch nur mehr gegeben! Hätten wir doch nur mehr geglaubt! Hätten wir doch nur mehr geliebt! Hätten wir doch nur mehr zu Gott gehalten!“ Der Mensch ist zu bedauern. Er wird wahrscheinlich nur eine Palme in der Hand halten und damit wedeln (s. Offb 7,9), aber er wird keine Krone haben. Wir, die wir an Jesus Christus glauben, werden eine Krone tragen (s. Offb 2,10b). Wir werden neben Jesus Christus sitzen und regieren (s. Offb 4,4). Wir werden Könige und Priester sein (s. 2 Mose 19,6a; Offb 1,6a).
Dieser Begriff „Schmach und Schande“ stammt aus den alttestamentlichen Apokryphen. Er beschreibt den Zustand der Ehrlosigkeit, den Verlust des Ansehens. Sie werden nackt und bloß sein. Doch Gott gab uns die Felle. Er gab uns Jesus. Wir sollen den neuen Menschen, der nach Gottes Bild geschaffen ist, anziehen. Wir sollen nicht als Versager dastehen und sagen: „Ach, hätte ich bloß! Hätte ich bloß! Hätte ich bloß!“
Wir werden zwar hier sterben, aber drüben erwachen wir (s. 1 Thess 4,16; 2 Kor 5,8). Wenn wir sterben, sind wir noch lange nicht tot. Die Welt geht weiter. Das Leben geht weiter. Wir erwachen in der Ewigkeit. Wir wechseln nur die Räume – die Zeitabschnitte –, denn drüben wird es keine Zeit mehr geben (s. Offb 10,6, Offb 21,23, Offb 22,5). Wir werden das Unvollkommene verlassen und beziehen das Vollkommene (s. 1 Kor 13,10; 1 Joh 3,2). Der Tod wird in der Bibel als Schlaf beschrieben. Über Lazarus teilte uns Jesus mit, dass er schlafen würde (s. Joh 11,11). Über alle, die Jesus auferweckte, teilte Er uns mit, dass sie schlafen würden (s. z. B. Mt 9,24a). Wenn wir nach Hause zu Gott gehen, schlafen wir. Wir schlafen nur eine kurze Zeit und wir wissen am Morgen nicht mehr, was in der Nacht war und was wir taten.
Lazarus schlief. Ein neuer Tag und eine neue Zeit begann für ihn, obwohl er stank und Gott ihn auferweckte durch Jesus Christus (s. Joh 11,1-44). Wenn wir hier die Augen schließen, verlieren wir diese Realität, und die Welt ist zu Ende. Wir haben eine neue Wohnung und ein neues Zuhause (s. Joh 14,2f.). Wir sind versetzt an himmlische Örter (s. Eph 2,6). Wir sind bei Gott zu Hause. Jesus sprach zu Seinen Jüngern, was nachfolgend geschrieben steht: Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein (Joh 12,26a+b). Und ich setze fort: „Da, wo ich bin, da soll mein Kind sein, da sollen die Apostel sein, da sollen meine Jünger sein.“
Ich spreche hier von der Auferstehung – von der Hoffnung der Gläubigen. Wir werden einen neuen Körper haben und eine neue Heimat bzw. ein neues Zuhause im Jenseits. Wir suchen, gleich Abraham, die Stadt, deren Baumeister Gott ist (s. Hebr 11,8-10). Wir suchen das Neue Jerusalem – den neuen Zustand ohne Leid, Schmerz und Trauer. Das ist unser Trost. Wir werden schon erwartet. Die Schar der Seligen winkt uns schon zu: „Bruder, Schwester, komm heim!“
Im Jenseits werden wir die Erfüllung unserer Hoffnungen und Erwartungen erleben. Wir werden unser Ideal sehen, denn dort wird unser Ideal verwirklicht. Wir werden das empfangen, was wir hier geglaubt haben und was wir festhielten. Wir werden empfangen, was wir geliebt haben, wofür wir gearbeitet, gegeben und gekämpft haben. Wir empfangen den Lohn.
Unsere Beziehung zu Gott ist unser Trost. Das ist unsere Perspektive. Während meiner Nahtoderfahrung sah ich unaussprechliche Dinge (s. 2 Kor 12,2-4). Ich wurde wunderbaren Dingen, die für mich bereitet waren, gewahr. Eigentlich wollte ich gar nicht zurückkommen. Doch ich war noch ein junger Bursche und hatte noch so viel vor, für Gott zu tun! 58 Jahre predige ich jetzt schon. Und für wie viele Menschen durfte ich ein Segen sein. Ich war in der Ewigkeit fröhlich. Ich sah grüne Weiden. Ja, diese Nahtoderfahrung – die meisten wollen gar nicht mehr zurück! Sie fragen dann: „Warum wurde ich zurückgeholt?“
Wir müssen fühlen, was wir drüben bei Jesus sind, bei dem Heiland im Paradies. Jesus sprach zu dem Schächer, was nachfolgend geschrieben steht: Und er sagte zu ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein (Lk 23,43 ZB). „Heute noch“ – nicht erst morgen oder in der Ewigkeit oder wenn du tot bist. Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.
Wenn die Erlösten heimkommen – so sagt meine Bibel –, dann werden sie nicht heulen, jammern und klagen. Ihr Mund wird voll Lachens sein (s. Ps 126,2a). „Unser Mund wird voll Lachens sein“ – das ist ein altes Wallfahrtslied.
Die Israeliten, wenn sie aus der Gefangenschaft heimkommen und das Exil beendet haben, werden, sich freuen. Hier wird mit Tränen bzw. in Zeiten der Not gesät, aber dort wird alles mit Freuden geerntet. Der große Erntetag ist im Himmel bei Gott in der Herrlichkeit. Dort kommt die endgültige Erlösung, wenn die Arbeit getan ist. Wir kommen zurück aus der Schlacht und aus der Wende, und alles ist gut. Ich kann mich gut und getrost Gott überlassen. Ich werde so wie in einem Traum erleichtert und überwältigt sein. Mein Mund wird voll Lachens sein. Ich komme heim und erblicke alles das, was ich hier in den 58 Jahren, die ich gelebt und Gott gedient habe – und noch weiterhin werde. Ich sehe die ganze Herrlichkeit Gottes.
Die mit Tränen säen – und die in Zeiten der Not arbeiten –, werden mit Freuden ernten (s. Ps 126,5). Der Tag X wird kommen und unser Mund wird voll Lachens und unsre Zunge voll Rühmens sein. Wir werden einen Triumph auf unseren Lippen haben, gleich dem Marathonläufer, der im Kampf gegen die Perser nach vierzig Kilometern, die er lief, zusammenbrach und ausrief: „Wir haben gesiegt!“ Genau das ist es, was ich sagen und behaupten kann: „Wir haben gesiegt!“ Ja, die Transformation, diese Auferstehung, fand statt!
Es steht geschrieben: Aber deine Toten werden leben, deine Leichname werden auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Schatten herausgeben (Jes 26,19). Wir sollen jetzt schon jubeln und nicht traurig darüber sein, dass dieser und jener verstorben ist. Nein, wir sollen froh darüber sein, dass diese schon zu Hause sind, denn ihnen blieb so viel erspart: die Corona-Pandemie, der Krieg, die Auseinandersetzungen und die damit einhergehenden Teuerungen. Das Leben blieb ihnen erspart. Sie sind daheim bei ihrem lieben Heiland.
„Die Toten“ – meine Leichname – „werden auferstehen“, sagt Gott. Ja, sie auferstehen! Alles lebt wieder auf. Die Trennung ist aufgehoben und es wird wieder eine universelle Anbetung stattfinden. Alle Sterblichen, die im Buch des Lebens stehen, werden vor dem Herrn sein und sagen: „Danke Jesus, für das, was Du für uns tatest!“ Für einen starbst du. Also, wenn nur einer in den Himmel kommt, hat sich die ganze Sache gelohnt. „Dir sei Ehre, Lob und Dank!“ Wir werden Ihn anbeten. Wir werden auf die Knie gehen und dankbar sein.
Der Jüngling von Naïn wurde aus der Stadt herausgetragen. Jesus sprach zu der Frau, die hinter dem Sarg herging: „Frau, weine nicht!“ (Siehe Lk 7,13) Und auch uns gilt dieses Wort. Wir sollen nicht weinen. Ich beerdigte meine Frau selbst und predigte. Ich weiß, dass sie jetzt bei Jesus ist. Sie kämpfte den Kampf, sie hielt den Glauben und sie vollendete den Lauf, und sie ist jetzt beim Herrn. Und ich kann auch sagen: „Frau, weine nicht!“ Die Auferstehung ist unsere Hoffnung. Auch ich muss nicht weinen, traurig sein und bedauern. Ich bin bei Jesus und ich bin dort in der Heimat.
Die Witwe hatte Grund zum Weinen. „Wer wird mich versorgen?“ Sie war eine Witwe und unversorgt. Ihr Junge starb. „Frau, weine nicht!“ Unsere Lieben werden auferstehen und sie werden versorgt sein, und die Witwe – die trauernde Mutter – selbst auch. Etwas Neues bricht an. Und das gilt auch für unsere Hinterbliebenen. Ich sehe noch meine Mutter und meine Oma – diese erkannte ich noch –, nebst dem ganzen Familienanhang. „Ich will bei euch wohnen“, sagte sie. Die sichtbare und die unsichtbare Welt gehört auch hier in dieser Andacht zusammen.
Jesus sprach: „Frau, weine nicht!“ Er nahm sich dieser Frau in ihrer Trauer an. Er nahm ihr die Trauer weg. Er überließ diese trauernde Frau nicht sich selbst. „Frau, weine nicht!“ Er sprach zu ihr: „Tröste dich mit mir. Ich bin die Auferstehung und das Leben (s. Joh 11,25a), und: Du hast noch mich.“ Bruder und Schwester, du hast noch Jesus. Halleluja! Du musst nicht traurig sein, wenn dieses und jenes in deinem Leben passiert. „Frau, weine nicht!“, sagte Jesus.
Gott besuchte diese Frau und diesen Jüngling von Naïn, der herausgetragen wurde (s. Lk 7,11f.). Plötzlich richtete dieser sich auf und zog heim (s. Lk 7,15). Den Sarg ließ er stehen. Überlasse deine Trauer und deine Hoffnungslosigkeit ganz einfach der Welt. Nimm nichts mit. Jesus fühlte und fühlt mit dir mit. Er ist in den Stadttoren. Da tritt die Mutter gerade hindurch, plärrend, traurig und voller Schmerz: „Mein Junge ist tot. Ich habe jetzt niemanden mehr!“
Jesus begegnet uns „am Stadttor“. Er begegnet uns gerade dort, wo wir vom Leben hinein in den Tod gehen. Er sagt: „Weine nicht!“ Die Frau verlor zuerst ihren Mann und dann ihren Sohn (s. Lk 7,12a). Jesus hat Mitleid mit dir, mit mir und mit dieser armen Frau; mit unserer Situation. Er ist am Übergang der Geschehnisse, da, wo sich die Geschehnisse ändern. Sie war mittellos. Ihr Mann war tot, und ihr Sohn starb – sie war ruiniert. Sie stieg sozial ab.
Und der Herr Jesus ist bei dir bis an der Welt – der Tage – Ende (s. Mt 28,20b), auch wenn du sozial absteigst. Jesus unterbricht den Trauerzug: „Frau, weine nicht!“ Er berührte die Bahre (s. Lk 7,14a). Damit brachte Er sich in Not, denn ein Jude, der einen Toten bzw. eine Leiche berührt, darf sieben Tage nicht ins Heiligtum gehen. Er ist für sieben Tage unrein. Verstehst du? Jesus wurde für uns unrein! Er wurde ein Sünder. Er starb für uns am Kreuz auf Golgatha. Er wurde mein Erretter! Für den einen starb ich: Für den Jüngling von Naïn, für den Lazarus oder für das Töchterlein von Jairus. Bei Jesus schlafen die Leute alle nur. „Ich komme und erwecke!“
Jesus betont ganz bewusst, dass Gott kein Gott der Toten ist, sondern ein Gott der Lebenden. Wenn du schläfst, bist du immer noch ein Lebendiger. Aus dem Evangelium nach Matthäus wird deutlich, dass Menschen wie Abraham, Isaak und Jakob für Gott lebendig sind, obwohl sie physisch tot und schon lange, 3000 bis 4000 Jahre, gestorben sind. Bei Gott leben sie alle.
Der Tod ist nur eine Zwischenstation auf dem Weg zum ewigen Leben. Unsere Lieben sind alle bei Gott und das Leben geht weiter. Hab Mut, Bruder und Schwester, weine nicht, sei nicht traurig, auch wenn du jetzt einen lieben Menschen verloren hast. Wir wissen ganz genau, wo unsere Lieben sind: sie sind bei Gott. Meine Lieben sind nur ausgewandert. Sie verließen diese Welt, sie zogen in eine andere Stadt bzw. in ein anderes Land um, und wohnen jetzt im Reich Gottes. Sie sind Bürger des Himmels. Und das ist unsere christliche Hoffnung: Die Transformation und Auferstehung.
Du weißt, dass das Leben endlich ist – ich predigte über die Auferstehung der Toten –, es ist ewig, endlos und unbegrenzt. Das ist eine unumstößliche Tatsache. Hier ist alles nur für einen Augenblick, doch dort ist alles endlos. Hier ist alles nur vorübergehend: Es gehört dir und es gehört dir nicht. Doch wenn du bei Gott bist, wirst du alles besitzen. Und das, was man dir wegnahm, wirst du zurückbekommen.
Das Leben ist das, was kommt, und nicht das, was war. Das Leben ist eine Reise und ein Ziel. Und ich möchte dir sagen: Genieße diese Reise, solange du hier auf Erden bist. Genieße deine Jugend. Genieße deinen Mann. Genieße deine Frau. Genieße alles, was du hast.
Das Leben besteht zu zehn Prozent aus dem, was dir widerfährt, und zu neunzig Prozent aus deiner Reaktion darauf. Du genießt: „Halleluja! Ich freue mich!“ Ich konnte meine Frau 49 Jahre haben. Sie war bei mir, auch wenn die letzten Jahre schwer waren und nicht einfach. Aber ich danke. Ja, ich danke! Und wie oft denke ich noch daran. Das ist meine Reaktion auf das, was einmal war.
Das Leben rast so schnell vorbei. Genieße die schönen Momente. Genieße dein kleines Glück. Nach dem Tod werden wir göttlich. Wir werden ewig. Wir werden frei von der Vergänglichkeit sein. Das ist Erlösung, Bruder und Schwester. Manche Leute sagen: „Ich bin erlöst!“ Aber du bist erst erlöst, wenn du bei Jesus bist. Hier befinden wir uns auf dem Weg zur Erlösung.
Eine unumstößliche Tatsache, die mich tröstet, ist, dass ich bei Jesus sein werde. Ich werde bei Jesus erwachen. Ich werde endlos und für alle Ewigkeit bei Ihm sein (s. 1 Thess 4,17b).
Die Auferstehung, diese Transformation der Toten, ist: „Jesus lebt!“ und „Mein Diener, mein Knecht und mein Kind, soll dort sein, wo ich bin.“ Und du kannst weiterleben. Und dasselbe Prinzip, das Jesus bei Lazarus anwandte, gilt auch für uns: Du wirst weiterleben. Du wirst weiter da sein und eine neue Existenz haben (s. Joh 11,25).
Gebet: Lieber Vater, ich möchte, dass du die Lieben tröstest, wo sie auch immer sind. Auch wenn sie jetzt jemanden verloren haben oder jemand krank ist, siecht und leidet. Es wird der Tag X kommen, wo es kein Leid, kein Geschrei, keinen Tod und keinen Abschied mehr gibt. Die sichtbare und die unsichtbare Welt gehört auch hier, in unserer Welt bei uns persönlich, zusammen. Ich danke Dir, Herr, für Jesus Christus, der uns das ewige Leben gebracht hat. Halleluja! „Sonne aus der Höhe“ – das ist das Lied, das wir gleich hören werden. Und diese Sonne scheint jetzt in unserem Leben. Du sollst fröhlich sein und dich freuen in Jesus Christus. Gott segne uns. Amen


